In den vergangenen Wochen haben wir die Schmid-Orgel in der katholischen Kirche St. Peter und Paul in Schwabach umfassend überarbeitet. Das Instrument wurde 1974 von der Firma Schmid (Kaufbeuren) als zweimanualige mechanische Schleifladenorgel mit 21 klingenden Registern erbaut. Die Registertraktur wird elektro-pneumatisch angesteuert.
Anlass der Maßnahme – die ursprünglich bereits vor rund 14 Jahren geplant war – waren vor allem die unzureichende Stimmhaltigkeit der Orgel sowie immer wieder auftretende Heultöne. Im Mittelpunkt der Arbeiten standen daher neben einer gründlichen Reinigung des gesamten Instruments insbesondere die nachhaltige Stabilisierung der Windversorgung sowie die Überarbeitung der pneumatischen Registerschaltungen und Überarbeitung der Windladen.
Die Windanlage wies deutliche Verschleißerscheinungen auf. Die Belederungen der Windladenbälge waren spröde und teilweise eingerissen, wodurch der Winddruck bei stärkerer Beanspruchung deutlich absackte. Da kein Vorbalg vorhanden ist – und aus wirtschaftlichen Gründen auch nicht nachgerüstet wurde – mussten die vorhandenen Windladenbälge konstruktiv optimiert werden. In diesem Zuge wurden die Bälge vollständig neu beledert und zusätzlich mit Trapezfedern ausgestattet, um eine stabilere Winddruckcharakteristik zu erzielen.
Eine besondere Herausforderung stellte dabei der Ausbau der Windladenbälge dar. Diese waren direkt in die Fundamentplatten eingeleimt, sodass weder ausreichend Platz für klassische Balgrahmen vorhanden war noch ein unkomplizierter Ausbau möglich erschien. Um dennoch fachgerecht arbeiten zu können, mussten sämtliche Windladen innerhalb der Orgel hochgekantet werden – eine konstruktiv wie logistisch anspruchsvolle Maßnahme, die höchste Sorgfalt erforderte.
Parallel dazu wurden die pneumatischen Registerschaltungen überarbeitet, verschlissene Leder- und Membranteile erneuert sowie die Tonventile neu beledert. Auch der Spieltisch wurde vollständig überarbeitet: Die Manualklaviaturen wurden neu ausgetucht, teilweise neu belegt und reguliert, ebenso die Pedalklaviatur.
Nach Abschluss der Arbeiten präsentiert sich das Instrument nun wieder mit deutlich verbesserter Windstabilität, präziser Ansprache und wesentlich höherer Stimmkonstanz. Die zuvor auftretenden Heultöne konnten beseitigt werden. Das Klangbild wirkt wieder tragfähig und ausgeglichen, die Register sprechen sauber und differenziert an. Insgesamt zeigt sich die Orgel wieder als zuverlässiges liturgisches und konzertantes Instrument, dessen Tragfähigkeit und Farbigkeit durch die ausgezeichnete Raumakustik der Kirche besonders wirkungsvoll entfaltet werden.
Disposition
I. Manual (Hauptwerk)
C – f ´´´ (56 Töne)
| Prinzipal | 8 ´ |
| Spitzflöte | 8 ´ |
| Oktave | 4 ´ |
| Koppelflöte | 4 ´ |
| Waldflöte | 2 ´ |
| Mixtur 4f. | 1 1/3 ‚ |
| Trompete | 8 ´ |
II. Manual (Brustwerk)
C – g ´´´ (56 Töne)
| Holzgedeckt | 8 ´ |
| Weidenpfeife | 8 ´ |
| Rohrflöte | 4 ´ |
| Nasat | 2 2/3 ´ |
| Kleinpommer | 2 ´ |
| Terz | 1 3/5 ´ |
| Septime | 8/7 ´ |
| Oktave | 1 ´ |
| Cymbel 2f. | 1/2 ´ |
| -Tremulant- | |
Pedal
C – f ´ (30 Töne)
| Subbaß | 16 ´ |
| Oktavbaß | 8 ´ |
| Choralflöte | 4 ´ |
| Baßzink 3f. | 2 2/3 ´ |
| Posaune | 16 ´ |
Spielhilfen: Koppeln II/P, I/P, I/II; 4 freie Kombinationen.
Fotos der Arbeiten:











































